Das Blog rund um den regionalen, nationalen und internationalen Fussball – sowohl real als auch auf der Konsole
Ich muss zugeben: Durch das Champions-League-Finale mit deutscher Beteiligung und natürlich auch durch die Weltmeisterschaft in Südafrika wurde die Sommerpause zu einem Sommerpäuslein. Gerade unsere Nationalspieler haben dadurch einiges an Rückstand aufzuholen. Denn zum Beginn der Saisonvorbereitung in ihrem jeweiligen Verein sind sie erst in den verdienten Urlaub geflogen. Das führt beim FC Bayern zum Beispiel dazu, dass man im Trainingslager bei Freundschaftsspielen den dritten Torhüter auf der Innenverteidiger-Position einsetzen muss, weil einfach nicht mehr genügend Profis im Kader verfügbar sind. Gerade in Sachen Mannschaftliche Geschlossenheit kann das den FC Bayern noch teuer zu stehen kommen. Den Stammspielern bleiben nur wenige Wochen, um sich einzuspielen und sich auf das große Ziel – das Tripel aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Titel – vorzubereiten.
Sehr spannend wird auch die Frage sein, wer noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlägt. Bisher haben sich die deutschen Vereine zurück gehalten. Gerade vom FC Bayern hatte ich in der Hinsicht erwartet, dass man sich zumindest auf der Innenverteidiger-Position verstärkt. Dort ist man seit dem Weggang von Lucio nicht mehr mit internationalen Topleuten besetzt. Dass man trotz wenig Geld – oder soll ich doch besser sagen “mit Schulden” – auf dem Transfermarkt zuschlagen kann, zeigt Schalke. Zwar waren die meisten Spieler ablösefrei. Die Spielergehälter dürften jedoch nicht gerade nach unten gegangen sein. Trotzdem hoffe ich, dass man mit Raul erneut einen ehemaligen Weltklasse-Fußballer in seine Reihen holen kann. Das würde die Qualität in der Bundesliga noch einmal erhöhen.
Was auch immer in den nächsten Wochen noch bei den Bundesligavereinen passiert. Ich werde mir kommende Saison die Bundesliga wieder live auf Sky anschauen. Die Sportschau hat ausgedient. Zu langweilig, zu viel Werbung und nicht aktuell. In der Hinsicht macht Sky einfach einen guten Job!
Und wieder müssen wir uns zumindest einer besseren Nation geschlagen geben. Genau wie bei den Weltmeisterschaften 2002 in Japan und Südkorea, 2006 in Deuschland und bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz scheinen unseren DFB-Kickern im entscheidenden Spiel die Nerven zu versagen.
2002 sind wir ohnehin nur durch viel Glück und Oliver Kahn ins Finale gekommen und bekamen dann vom späteren Weltmeister Brasilien die Grenzen aufgezeigt. Ab 2006 war es allerdings so, dass unsere Mannschaft mit den schönsten Fußball gezeigt hat. Dieses Jahr – wahrscheinlich nicht nur für mich – sogar den schönsten und effizientesten Fußball zugleich.
Der Fußball, den diese junge Mannschaft im WM-Auftakt gegen Australien, im Achtelfinale gegen England und dann auch im Viertelfinale gegen Argentinien spielte, hat wohl Jeden auf der Welt erstaunt. Klar glaubte ich als Fußball-Verrückter Deutschland-Fan auch vor der WM schon an den Weltmeistertitel. Nach diesen Auftritten jedoch war ich mir sogar sicher, dass diese Mannschaft es schafft und den Pokal nach 20 Jahren endlich wieder nach Hause holt. Da ich 2006 vorm Halbfinale genau so sicher war, hatte ich dieses Mal – obwohl ich nach Außen hin versucht habe, optimistisch zu sein – gewisse Ängste. Damals war es die Nationalmannschaft aus Italien, die überaus glücklich und teilweise unverdient ins Halbfinale gekommen war. Wir zeigten ausgerechnet in diesem Spiel zu viel Angst und Respekt und schieden dadurch verdient aus. Exakt das gleiche Gefühl hatte ich gestern nach Abpfiff! Auch wenn Spanien weniger durch Glück und schon gar nicht unverdient in diesem Halbfinale stand, so konnte man doch die komplette WM über sehen, dass sie sich mit ihrem Kurzpassspiel extrem schwer tun. Man hatte zwar in jedem Spiel zwischen 65 und 80% Ballbesitz. Jedoch konnte man trotz dieser Überlegenheit viel zu wenige Chancen erspielen und kam daher immer nur knapp weiter.
Das war auch meine Hoffnung für das Halbfinale: Eine spielerische Überlegenheit der Spanier im Mittelfeld, aber wenige daraus resultierende Chancen für Villa und gleichzeitig schnell ausgespielte Konter, die Klose dann mit Toren abschließt. Dass es so nicht geklappt hat, hat Jeder gesehen. Aber warum war das so?
In meinen Augen gibt es dafür zwei Gründe:
1.) Teile der Mannschaft hatten einfach zu viel Angst und Respekt vor den Weltklasse-Spielern aus Spanien. Vor allem bei den jungen Nationalspielern Khedira und Özil hat man das gesehen. Im zentralen Mittelfeld ließen sie ihren Gegenspielern einfach viel zu viel Freiräume anstatt die Kombinationen durch gezielt körperbetontes Einsteigen zu unterbinden. Noch weniger gezeigt haben die beiden Außenspieler Podolski und Trochowski. Auf letzteren komme ich in Punkt 2 noch zu sprechen. Über Podolski darf ich eigentlich nicht viel Negatives erzählen, da er von meiner Kollegin vergöttert wird. Ich hätte von einem 78-maligen Nationalspieler jedoch erwartet, dass er gerade in solchen Spielen mehr Verantwortung übernimmt. Denn die Außenverteidiger sind die einzigen Schwachpunkte in der spanischen Elf. Sergio Ramos ist als rechter Außenverteidiger offensiv einer der besten der Welt. Aber hinten ist er sehr anfällig. In Ansätzen konnte man das auch in den letzten Minuten sehen als Marcel Jansen einige Male an ihm vorbei spaziert ist. Sowohl defensiv als auch offensiv nur mittelmäßig ist auf der linken Außenverteidiger-Position Joan Capdevila. Und damit kommen wir auch zum zweiten Grund, warum wir dieses Spiel verloren haben.
2.) Mit einem Thomas Müller, der für mich bereits mit 20 Jahren an der Weltklasse anklopft, wäre dieses Spiel anders gelaufen. Er hätte von Beginn an durch seine Unbekümmertheit gute Aktionen über die rechte Außenbahn gezeigt und andere Spieler hätten sich an seiner Leistung hochgezogen. Genau so lief es die Spiele zuvor. Ich möchte mich nicht weiter darüber aufregen, dass seine gelbe Karte aus dem Argentinien-Spiel ein Witz war. Dafür war leider wie so oft bei diesem Turnier der Schiedsrichter verantwortlich und Fehlentscheidungen der Schiedsrichter gehören zum Fußball genau so dazu, wie Tormannfehler oder verschossene Elfmeter. Und letztendlich war es auch egal, ob Müller durch Trochowski, Kroos oder Cacau ersetzt wird. Keiner dieser Spieler hat auch nur annähernd die Klasse und das Selbstvertrauen eines Thomas Müller.
Alles in allem war die Niederlage dieses Mal knapper als im EM-Endspiel 2008. Aber das Weiterkommen der Spanier war am gestrigen Abend absolut verdient. Und obwohl die Holländer genau dort ihre Stärken haben, wo die Spanier angreifbar sind, drücke ich den Spaniern im Finale die Daumen. Dafür spricht auch, dass unsere Nationalmannschaft bei den letzten zwei Weltmeisterschaften gegen die Mannschaft ausgeschieden ist, die dann später Weltmeister wurde.
Letzte Woche schrieb mich eine Mitarbeiterin der englischen Rundfunkanstalt BBC an, ob ich nicht Lust hätte meine Erwartungen zum WM-Achtelfinale 2010 zwischen Deutschland und England in einem kleinen Blogbeitrag zusammen zu stellen. Da lies ich mich nicht lange drum bitten. Hier sehr ihr das Ergebnis:
Round of last 16 against England
On Sunday afternoon the world cup game between Germany and England in the round of the last 16 starts – and every German is excited about that.
Here in Germany the encounter of these teams is called the “eternally young duel.”
And in fact, for the Germans, there is no other game with that explosiveness. The reason for that is obvious: The Wembley Goal!
England has become World Champion after scoring an irregular goal. Even younger Germans know this fact – and some people think that this is the reason for England’s bad luck in the last penalty shootouts.
Both the semi-final shootout in italy’s World Cup 1990, as well as the semi-final shootout in England’s European Cup 1996, were won by Germany. This is also the Germans’ hope for the forthcoming duel in South Africa.
But why should this game be decided in penalty shootout again? The answer is obvious – both teams trust their defence and do not risk too much in attack.
The German team plays in a 4-2-3-1 formation, which means that there is only one striker on the field.
In this formation the opponent has only a little space. But unfortunately, the disadvantage of this formation is that you only have one support player in attack.
As England have a very good defence, but are slow at bringing play forward, most people here do not think that we will see many chances of scoring a goal. Many Germans expect the game to be boring, and that the result will be a 0-0 or a 1-1 draw.
But why are we Germans that pessimistic? After a great start against the team of Australia, the whole country spoke of being World Champions in 2010.
But a few days later we got to the bottom of the facts. Our team lost against Serbia and the best striker – Miroslav Klose – got sent off.
But every time when the German team is under pressure it plays a respectable football, and so we won our final game, against Ghana.
Now we are looking forward to get to the round of the last eight after winning the game against England on the penalty shootout. Then we would be one step closer to our great goal – to be Football Champion 2010.
In summary, the Germans are really hopeful to see a fair and exciting game with a better end for the German team.
Even though England has a better quality of players, Germany will counteract this by appearing as a well-functioning team on the field.
Nobody here could image to be eliminated from the World Championship in South Africa by the English football team.
Mit meinem Elfmeterschießen-Tipp hatte ich zwar nicht Recht. Trotzdem gefiel der BBC mein Artikel so gut, dass ich zu einer Live-Radio-Diskussionsrunde zum Thema Rivalität zwischen Deutschland und England eingeladen wurde.
Zum Originalartikel auf dem BBC-Blog
Nach einer keinesfalls überzeugenden Leistung im entscheidenden Gruppenspiel gegen Ghana haben wir ihn doch noch geschafft: Den Einzug ins Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika. Und obwohl ich nie daran gezweifelt habe, dass wir den Einzug verpassen, bin ich doch etwas enttäuscht vom Auftreten einiger unserer Spieler.
Dass ausgerechnet die Spieler gestern nicht ihre Leistung abrufen konnten, von denen ich es vorher erwartet hatte, hat mich doch sehr überrascht. Sowohl Mertesacker als auch Podolski waren Totalausfälle. Özil hätte es um ein Haar auch in den letzten Satz geschafft. Aber sein Tor hat die äußerst schwache und lustlose Vorstellung doch etwas überstrahlt. Auch Cacau gehörte für mich eher zu den Verlierern des Spiels – viele unglückliche Aktionen und nur wenige Torchancen.
Doch es gab auch positive Erscheinungen. Abgesehen von Schweinsteiger, der sich als 6er zu meinem Lieblingsspieler gemausert und ein klasse Spiel gezeigt hat, und Philipp Lahm, der in der Defensive gewohnt sicher agierte und mindestens ein Tor der Ghanaer verhinderte, war ich von Arne Friedrich sehr beeindruckt. So eine starke Leistung habe ich von dem Noch-Herthaner vorher nicht gesehen. Und ich beginne auch, mich zu fragen, warum er bei den letzten drei Turnieren auf der Außenbahn eingesetzt wurde…In dieser Form ist an ihm auf der Innenverteidiger-Position kein Vorbeikommen! Auch wie Khedira seine defensive Mittelfeldposition interpretiert, gefällt mir sehr gut. Der laufstarke Stuttgarter ist in der Defensive immer dort, wo man ihn braucht und zeigt in regelmäßigen Abständen auch in der Offensive sein Potential. Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass Manuel Neuer und Thomas Müller ebenfalls eine gute Leistung gezeigt haben. Neuer, der mit seiner Glanzparade kurz vor dem 1:0 den Rückstand vermeiden konnte, wird sich in diesem Turnier aber noch besser auszeichnen können. Und Müller war immer bemüht. Er war der Spieler, der in der Offensive Akzente gesetzt hat, indem er immer wieder Neues probiert hat. Leider waren die anderen Offensivspieler am gestrigen Tage einfach zu schlecht drauf.
Alles in allem bin ich immer noch nicht überzeugt von diesem Spielsystem. Es ist vielleicht ganz gut, wenn man Angsthasenfußball spielen möchte. Man steht hinten relativ sicher, hat vorne jedoch zu wenig Anspielstationen und kommt so zu äußerst wenigen Chancen. Wenn Müller mal durch einen Doppelpass mit Cacau über Außen durchgekommen ist, hat in der Mitte ein weiterer Stürmer gefehlt, der die Flanke verwerten könnte. Da England allerdings den gleichen Angsthasenfußball spielt, wird Löw das System sicherlich nicht umstellen. Und so bleibt mir nichts anderes übrig als auf ein langweiliges 0:0 zu tippen. Zum Glück wissen die Engländer jetzt schon, dass sie im Elfmeterschießen gegen Deutschland chancenlos sind.
Die WM 2010 in Südafrika läuft nun bereits seit 1,5 Wochen, zwei Drittel der Gruppenphase sind vorüber und England steht kurz vor dem Aus. Für mich genau der richtige Zeitpunkt, meinen ersten Artikel über die WM zu schreiben. Der Artikel soll gleichzeitig mein Empfinden gegenüber der WM abbilden. Wundert euch also nicht, wenn einige Punkte doch sehr negativ rüberkommen. Von den bisherigen Spielen habe ich fast alle zumindest teilweise verfolgt und möchte nun drei Punkte ansprechen, die mich besonders nerven.
Da mich dieser Punkt noch am geringsten nervt, beginne ich mit dem ARD-Duo Netzer/Delling. Ich frage mich, warum die ARD auf die bisherigen Kritiken bei früheren Turnieren nicht reagiert hat. Denn diese waren durchweg negativ. Vor allem die Art, wie Netzer und Delling versuchen, lustig zu sein, indem sie sich gegenseitig runter machen. Darüber lachen können wahrscheinlich nur die beiden selbst…Gut, dass der Vertrag von Netzer 2011 ausläuft! Wie man den Fernsehzuschauern gleichzeitig enormes Fußball-Wissen rüber bringt und dabei trotzdem natürlich bleibt, kann sich die ARD bei RTL abschauen. Jürgen Klopp und Günther Jauch machen das sehr unterhaltsam.
Aber auch sportlich verspricht die WM in Südafrika nicht das, was viele vorher erwartet hatten. Statt schönem Angriffsfußball und vieler Tore gibt es nur Langeweile und schlechte Schiedsrichter-Leistungen. Man muss nicht lange überlegen, um auf die Gründe dafür zu kommen. Die teilnehmenden Teams - oder ich spreche lieber von den Verbänden der jeweiligen Teams – wollen Erfolg haben. Jetzt hat man leider in der Vergangenheit gesehen, dass “schwache” Teams durchaus bessere Chancen haben, wenn sie sich komplett defensiv verhalten. Damit diese Teams ein Spiel gewinnen, müssen sie eine der wenigen sich bietenden Konterchancen nutzen. Man steht mit 9-10 Feldspielern um den eigenen Strafraum und gibt dem Gegner dadurch so gut wie keine Freiräume. Damit die Teams diese Taktik auch über 90 Minuten umsetzen und die nötige Kondition vorhanden ist, greift man oft und vor allem bei den afrikanischen Mannschaften auf alt bewährte europäische Trainer zurück, da diese sowohl taktisch als auch konditionell am besten geschult sind und die meiste Erfahrung haben.
Zum Fußball gehören ja bekanntlich aber immer zwei Mannschaften. Spielt die eine Mannschaft sehr defensiv, so könnte der Zuschauer erwarten, dass die andere Mannschaft sehr offensiv spielt. Das Problem ist leider, dass gerade die “großen” Mannschaften aus Europa aber ebenfalls eher defensiv eingestellt sind. Das neue bevorzugte System ist dabei das 4-2-3-1, welches leider auch von Deutschland gespielt wird. Es ermöglicht ein schnelles Umschalten zwischen Defensive und Offensive. In meinen Augen ist es aber absolut sinnlos, mit diesem System gegen eine defensive Mauer zu spielen. Als Mittelfeldspieler hat man in der Spitze nur eine Anspielstation. Und diese ist meist doppelt gedeckt, da sich zwei Innenverteidiger auf den einzelnen Stürmer konzentrieren können. Somit entsteht das langweilige Spiel 30 Meter vor dem gegnerischen Tor. Der Ball wird immer wieder nach rechts, links oder hinten gespielt. Nur nach vorne kann er so gut wie nie gespielt werden. Nur mit Einzelaktionen kann die gegnerische Mauer durchbrochen werden. Am besten sieht man das bei den Argentiniern. Messi oder Tevez spielen fast immer ihre Gegenspieler aus und können so mit Tempo aufs Tor zulaufen. Auch Özil und Müller haben das im ersten Spiel gegen Australien sehr gut gemacht. Den Engländern und auch den Italienern fehlt ein solcher Spieler. Dadurch können sie sich nur wenige Torchancen erarbeiten und müssen auf Standardsituationen hoffen. Wenn man alles zusammen nimmt, ist es also nicht mehr verwunderlich, warum hauptsächlich die Südamerikaner einen attraktiven und gleichzeitig erfolgreichen Fußball spielen. Abgesehen von Brasilien wird der Fußball dort immer noch eher offensiv als defensiv gespielt. Den Zuschauern gefällt es, wie Paraguay, Chile und natürlich Argentinien auf die Tore heiß sind.
Was mich persönlich am meisten aufregt, sind aber die Vuvuzelas. Und ich unterstütze jeden Verein und Verband, der diese Teile in seinem Stadion bzw. in seinem Land verbietet. Es ist weder so, dass die Vuvuzelas die komplette Fan-Kultur der Afrikaner ausmachen, noch ist es so, dass in den Stadion nur die Afrikaner welche nutzen. Vielmehr sind es genau so viele WM-Touristen aus anderen Ländern, die sich Vuvuzelas kaufen und diese dann im Stadion nutzen. Mal abgesehen davon, dass es im Fernsehen ein ohrenbetäubender immer gleich klingender Ton ist, gehen durch die Vuvuzelas leider so gut wie alle Fan-Gesänge unter. Gerade die Fan-Gesänge machen die unterschiedlichen Kulturen aus und sie gehören zum Fußball genau so dazu wie die 22 Spieler und der Schiedsrichter auf dem Platz! Meine Ohren haben gelacht, als sie die Deutschland-Rufe beim Spiel gegen Serbien gehört haben. Es Bleibt nur zu hoffen, dass man die Vuvuzelas doch noch irgendwann im Stadion verbietet…
Eigentlich sollten wir jetzt den Frings nur zu dem Zweck mit zur WM nehmen, damit er den Boateng im Vorrundenspiel gegen Ghana kaputt tritt!
Alle, die der gleichen Meinung sind, können folgender Facebook-Gruppe beitreten:
Kurz vor dem Ende einer langen Saison mit vielen englischen Wochen – was für die unteren Klassen doch eher unüblich ist – hat der VfB Eberbach mit dem 3:0-Auswärtssieg beim Tabellenfünften, der SpVgg Neckarsteinach, einen riesen Schritt Richtung Aufstieg in die Kreisklasse A gemacht.
Nachdem man das erste Viertel der Saison die komplette Liga nach Belieben dominierte, geriet das Team um Spielertrainer Gernot Lenz in eine spielerische Krise, in der man zwar die Mehrheit der Punkte einfuhr, der 8-Punkte-Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz und die Tabellenführung gingen dabei allerdings verloren. So kann man sich glücklich schätzen, dass die Konkurrenz ausgerechnet kurz vor der Winterpause ebenfalls schwächelte und der VfB im letzten Hinrundenspiel sogar noch einmal die Chance hatte, mit einem Sieg Herbstmeister zu werden. Wegen der oben erwähnten spielerischen Mängel kam man aber nicht über ein Unentschieden hinaus und so musste man auf dem zweiten Platz überwintern.
Trotz der schwierigen und langen Vorbereitung – dem Winter sei Dank – startete man erfolgreich mit 5 Siegen in die Rückrunde, auch wenn man dabei erneut spielerisch nicht überzeugen konnte. Was das Team in den nächsten drei Spielen dann aber ablieferte war doch sehr enttäuschend. Angefangen beim schwachen Auftritt im Derby gegen den SV Eberbach, wo man den Gegner total überschätzte. Der SV hatte sich nämlich im Winter noch einmal verstärkt und wurde so endgültig zu einem ernsthaften Konkurrenten um den Aufstieg. Der VfB beschränkte sich darauf, das Spiel des SV zu zerstören und weil auch der SV keine Mittel gegen die tief stehende Abwehr fand, kam ein für die Zuschauer langweiliges Spiel auf, welches durch eine Standardsituation entschieden wurde. Der VfB verlor verdient nach über 60 Jahren zum ersten Mal ein Punktspiel gegen den Lokalrivalen. Bereits drei Tage später gewann man recht glücklich mit 3:2 in Schönau. Und wiederum nur vier Tage später verlor man nach desolater Leistung 0:1 bei der gegen den Abstieg spielenden 2. Mannschaft des TSV Handschuhsheim. Die für den VfB Eberbach schwierigste Woche dieser Saison war damit zu Ende und man war punktgleich mit dem SV Eberbach auf dem zweiten Platz, 4 Punkte hinter Tabellenführer Pfaffengrund. In diesem Moment gab es nicht mehr viele, die noch mit dem VfB gerechnet haben – gerade auch weil der SV einen riesen Lauf hatte.
Und ausgerechnet jetzt standen zwei der schwierigsten Partien in der Rückrunde an. Zunächst empfing man den Tabellenführer Pfaffengrund. Der Verein und das Umfeld bauten einen riesen Druck auf die Mannschaft auf. Denn Jeder wusste: Behält man die 3 Punkte nicht in Eberbach, so wäre Pfaffengrund bereits fast uneinholbar und somit aufgestiegen. Und was noch viel schlimmer gewesen wäre: Der SV Eberbach wäre am VfB vorbeigezogen. Aber perfekt eingestellt und mit neuem Spielsystem (3-6-1) erkämpfte man sich die 3 Punkte gegen Pfaffengrund und meldete sich somit wieder im Aufstiegsrennen zurück. Bereits in der darauf folgenden Woche fuhr man – wie zu Beginn erwähnt – nach Neckarsteinach. Auch dort wurde der Mannschaft nicht viel zugetraut. Denn Neckarsteinach schlug bereits Pfaffengrund und auch den SV Eberbach deutlich auf eigenem Rasen. Aber vielleicht ist gerade das eine der großen Stärken der aktuellen VfB-Mannschaft. Wenn Niemand mit ihr rechnet, ruft sie ihre beste Leistung ab. Das Ergebnis ist bekannt – Neckarsteinach hatte aus dem Spiel heraus keine einzige Torchance, lediglich der 3:0-Sieg fiel einen Treffer zu hoch aus.
Was diesen Tag noch versüßte war die 1:2-Niederlage des SV Eberbach zu Hause gegen Schönau. Dadurch hat der VfB Eberbach nun wieder 3 Punkte und 20 Tore Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz bei noch 4 ausstehenden Spielen.
Das Ziel heißt allerdings “Meisterschaft” und bei nur einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Pfaffengrund darf man davon durchaus träumen. Einen Ausrutscher dürfen sich die Heidelberger Vorstädter jedenfalls nicht mehr erlauben!
Man darf gespannt sein, ob Joachim Löw wirklich über seinen Schatten springt und Kevin Kuranyi vom FC Schalke 04 doch noch für die WM 2010 in Südafrika nominiert. Eigentlich gibt es heute keinerlei Argumente mehr gegen eine WM-Teilnahme Kuranyis. Für seinen Fehler aus dem Jahr 2008, als er noch in der Halbzeitpause im Spiel gegen Russland das Stadion verlies und somit ein unkameradschaftliches Verhalten aufzeigte, hat er sich mehrfach – auch öffentlich – entschuldigt.
Schaut man nur auf seine Statistiken aus den vergangenen Jahren, so hat Kuranyi seit 2002 immer konstant 10 Tore oder mehr in der Saison geschossen. Solch eine Statistik kann von den deutschen Stürmern neben Kuranyi nur Miroslav Klose vom FC Bayern aufweisen. Der Unterschied zwischen den beiden ist allerdings, dass Kuranyi in den letzten Jahren – vor allem in dieser Saison – regelrecht aufblüht und immer besser wird. Wohingegen Klose mit jedem Jahr bei den Bayern schlechter wird, natürlich bedingt durch zu wenig Einsatzzeit. Also rein von der Statistik her gesehen ist Kuranyi momentan klar vorne im Duell um einen WM-Platz. Und zwar nicht nur gegen Klose, sondern auch gegen Gomez, Kießling, Helmes, Cacau und Podolski.
Geht man allein nach Form und Selbstvertrauen des jeweiligen Stürmers, so stehen für mich die drei besten Stürmer fest: Kevin Kuranyi, Stefan Kießling und Mario Gomez. Da Kießling und Gomez momentan jedoch verletzt sind, kann man nicht voraussagen, ob sie ihre gute Form beibehalten können. Diese drei Stürmer müssen mit zur WM – immer vorausgesetzt es treten keine schlimmen Verletzungen auf. Ich denke auch nicht, dass die Stürmertypen zu ähnlich sind. Kießling kann mit beiden zusammen spielen, da er viele Wege geht und auch im Verein einige Tore vorbereitet hat.
Von den anderen vier Kandidaten (Klose, Helmes, Cacau, Podolski) kann ich eigentlich nur Patrick Helmes ausschließen, der nach seinem Kreuzbandriss und damit zusammenhängend wegen zu wenig Einsatzzeit bei Leverkusen nicht mehr rechtzeitig zu seiner Form finden wird. Wie jeder weiß hält Joachim Löw aufgrund ihrer Verdienste bei der WM 2006 und der EM 2008 sehr viel von Klose und Podolski. Klose gehört für mich auch zu den besten deutschen Stürmern – allerdings nur wenn er fit ist und bei seinem Verein einen Stammplatz hat. Podolski war schon immer ein Konterstürmer, der in spielbestimmenden Vereinen nichts zu suchen hat. Noch dazu läuft es für ihn selbst bei seinem “Herzensverein” FC Köln überhaupt nicht rund. Dass Cacau an dieser Stelle überhaupt genannt wird, verdankt er seinen teilweise äußerst glücklichen Treffern in Bundesliga und Champions-League vor vier Wochen. Davor lange verletzt und danach nach Leistungsabfall teilweise wieder Bankdrücker wird er in meinen Augen keine Rolle für die WM spielen.
Bleibt als Fazit eigentlich nur zu hoffen, dass Löw dem Druck Kuranyis (durch Tore) und dem Druck der Medien nachgibt und ihm eine zweite Chance gibt. Und statt auf Altbewährtes (Klose und Podolski) zu vertrauen, könnte er durchaus auch mal den Newcomern eine Chance geben. Ich denke da zum Beispiel an Marko Marin, der in der Offensive überall einsetzbar ist und neben Kuranyi momentan der beste Offensivspieler der Bundesliga ist.
Nach der erneuten Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten sind die Hoffenheimer Träume von der Qualifikation für die kommende Europa-League endgültig gestorben.
In einer grausamen Begegnung gewann am Ende in meinen Augen verdient Werder Bremen durch ein Traumtor von Claudio Pizarro mit 0:1. Man darf sich doch fragen, was mit den Hoffenheimern los ist. Denn Werder Bremen hat eine Entschuldigung für die nicht gerade glanzvolle Leistung: Sie haben wenige Tage zuvor in Valencia ein 1:1 über die Zeit gerettet und dort – obwohl lange Zeit in Überzahl – sehr viel Kraft gelassen.
In meinen Augen erreicht Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick die Mannschaft nicht mehr. Denn dass die Mannschaft genügend Qualität hat, um im oberen Drittel mitzuspielen, dürfte außer Frage stehen. Im Vergleich zur letzten Saison hat man mit Simunic die Abwehr noch einmal deutlich verstärkt. Abgänge aus der ersten Mannschaft gab es keine. Jedoch kann zur Zeit kein einziger Spieler auch nur annähernd seine Bestform abrufen. Gleiches gab es in der Hinrunde beim VfB Stuttgart. Obwohl ich Markus Babbel für einen guten Trainer halte, war es absolut die richtige Entscheidung, sich von ihm zu trennen. Und damit es in Hoffenheim wieder aufwärts gehen kann, muss man sich auch hier vom Trainer trennen.
Dass Rangnick die Hoffenheimer von der Regionalliga in die Bundesliga geführt hat, ist schön und gut. Aber solche Dinge zählen im Profi-Fussball nicht. Das sollte man spätestens seit der WM 2006 wissen, als Oliver Kahn – trotz seiner herausragenden Verdienste im deutschen Fussball – kurzerhand durch Jens Lehmann ersetzt wurde.