Das Blog rund um den regionalen, nationalen und internationalen Fussball – sowohl real als auch auf der Konsole
Nachdem ich vor 10 Jahren bereits die B-Jugend des FC Hirschhorn trainierte und mir schon damals klar war, dass ich irgendwann mal Spielertrainer sein möchte, habe ich diese Vorstellung letzten Sommer endlich in die Realität umgesetzt. Seitdem bin ich Spielertrainer des Heidelberger C-Ligisten SV Moosbrunn. Nun war es an der Zeit mir auch von höherer Stelle bescheinigen zu lassen, dass ich für dieses Amt geeignet bin. So kam die Idee, zunächst den Teamleiter-Schein beim badischen Fussball-Verband zu machen, um diesem dann in absehbarer Zeit noch den C-Schein hinzuzufügen. Mit dem C-Schein darf man offiziell Senioren-Teams bis in die Landesliga trainieren. Mein Ziel ist allerdings langfristig in Moosbrunn eine A-Klasse-Mannschaft zu formen. Die Voraussetzungen dafür sind bei diesem Verein absolut gegeben. Zu den sportlichen und wirtschaftlichen Zielen möchte ich in diesem Artikel aber nichts weiteres erwähnen. Dazu mehr in künftigen Artikeln.
Letztes Wochenende war es dann endlich so weit. Zusammen mit zwei Freunden absolvierte ich den ersten Teil der Teamleiter-Ausbildung in Schöneck bei Karlsruhe. in 1,5-Stunden-Blöcken wurde uns immer abwechselnd Theorie- und Praxis-Wissen von Fussball-Lehrern vermittelt. Die drei Praxiseinheiten am Samstag waren dabei so anstrengend, dass man gut und gerne von einem besseren Trainingslager sprechen konnte. Dementsprechend am Ende waren vor allem die älteren Teilnehmer dann am Sonntag bei den letzten Einheiten. Gelernt haben wir trotzdem vieles. Für mich war dabei hauptsächlich wichtig, dass wir unser Training größtenteils richtig aufgebaut haben. Aber wir müssen noch deutlich detaillierter über den Sinn hinter den einzelnen Übungen sprechen. Denn wenn Spieler Übungen durchführen, sollten sie wissen, was man mit der Übung bezwecken will. Das steigert die Motivation bei jedem Einzelnen und erhöht dadurch die Qualität in den Übungen und letztendlich die Qualität des gesamten Trainings.
Heute in einer Woche geht es zum zweiten Mal nach Schöneck. Ich freue mich schon auf meine Trainer-Kollegen und -Kolleginnen. Bin gespannt, was ich dann wieder lernen werde. Bis jetzt muss ich wirklich sagen, dass sich der Lehrgang absolut lohnt. Mehr dazu in zwei Wochen…
Heute möchte ich mal ein paar Worte über Krafttraining beim Fußball verlieren. Von Profi-Fußballern weiß man ja, dass sie mehrmals in der Woche Krafttraining betreiben, um ihren Körper an das Maximum heranzuführen, was er leisten kann. Ein Fußballer muss eben nicht nur laufen und den Ball halbwegs geradeaus spielen können. Je höher man spielt, umso mehr Wert wird auf Körpereinsatz, Zweikampfstärke und Durchsetzungsvermögen gelegt. Man kann sogar sagen, dass beim Profi-Fußball zwar Talent vorhanden sein muss. Wirklich durchsetzen wird sich aber nur ein Sportler, der klar im Kopf bleibt und sich durchbeißt. Einem Christiano Ronaldo war das in den ersten Jahren bei Manchester United noch nicht bewusst. Damals hat er sich ausschließlich auf seine Schnelligkeit und Technik verlassen. Zeigten Gegenspieler genügend Körpereinsatz, so war Ronaldo trotz seiner Schnelligkeit relativ einfach zu stoppen. Mit der Zeit verstand er aber mit der Hilfe seines damaligen Trainers, Alex Ferguson, dass nur Talent einfach nicht ausreicht, um in die Weltspitze der Fußballer vorzudringen. Ferguson erstellte mit seinem Team Trainingspläne, welche unter anderem Ronaldo dazu verhalfen, an den wichtigen Stellen noch mehr Muskeln aufzubauen. Ronaldo wurde dadurch noch schneller, deutlich kopfballstärker, hat einen viel stärkeren Schuss und kann sich nun auch mit seinem Körper im direkten Zweikampf behaupten. Einen Trainingsplan dieser Art findet ihr auf Trainingsworld. Ferguson macht das übrigens mit seinem nächsten Talent ähnlich. Nani, ebenfalls Portugiese, hat die gleichen Ansätze wie Ronaldo. Auch ihm merkte man in den ersten Jahren an, dass er körperlich noch weit hinter den anderen ist. Mittlerweile ist er eine feste Größe im ManUnited-Kader. Man darf gespannt sein, wohin sein Weg noch führt, wenn er so hart an sich weiter arbeitet.
Gastbeitrag von Thomas Greisinger
Dass das Fahrrad zu Übungszwecken für Fußballer eingesetzt wird, ist allgemein bekannt. Hier dient es als Trainingshilfe und zusätzliches Trainingsobjekt. Doch dass es noch eine andere Sportart gibt, die das Fahrrad mit dem Fußball verbindet, weiß bis heute kaum jemand. Das so genannte Bike Fußball ist allerdings nicht nur eine Sportart für Fußballer, sondern für jedermann, ob Alt oder Jung. Benötigt wird lediglich ein Fußball, wobei auch ein Softball ausreichend ist. Letzterer ist für Ungeübte sogar eher zu empfehlen. Zwei Tore werden gebraucht, darüber hinaus noch ausreichend Fahrräder. Für diese Sportart kann jedes Fahrrad eingesetzt werden, bestimmte Vorgaben gibt es hier nicht.
Zuerst wird nun ein Spielfeld aufgezeichnet, danach werden zwei Mannschaften gebildet. Pro Mannschaft spielen zwei bis drei Spieler mit, gespielt wird für eine Dauer von zwanzig Minuten, aufgeteilt auf zwei Halbzeiten. Der Spieler, der den Ball spielt, muss mit einem Bein auf dem Pedal stehen. Wenn der Boden mit dem Fuß berührt wird, bekommt die andere Mannschaft einen Freistoß zugesprochen. Benötigt wird für das Spiel ein gehöriges Maß an Gleichgewichtssinn. Es ist daher empfehlenswert, vorher mit dem Mountainbike zu trainieren, damit es nicht ständig zu Stürzen kommt. Gewonnen hat am Ende die Mannschaft, die die meisten Tore vorweisen kann. Wer sich für das Bike Fußball interessiert und ein Spiel wagen möchte, sollte unbedingt auf einen ausreichenden Schutz achten. Auf den Kopf gehört der Helm, richtig angepasst und fest geschnürt. Vor allem im Ballgefecht kann es schnell zu Stürzen kommen und dann sollte wenigstens der Kopf geschützt sein.
Etwas für Geübte
Wer mit dem Mountainbike geübt ist, kann mit dem Fahrrad im Training auch Hindernisse überqueren oder diese überspringen. Im Wald ist das leicht möglich. Wichtig ist die Lockerheit, denn wer verspannt an die Sache herangeht, erhöht das Risiko zu Stürzen und damit die Unfallgefahr. Wenn der Boden nass ist, sollten die Wurzeln im rechten Winkel genommen werden, denn ansonsten kann es passieren, dass das Vorderrad wegrutscht. Wer auf ein größeres Hindernis trifft, kann dieses überspringen oder überfahren. Die Erfahrung des Bikers spielt hier eine große Rolle. Beim Überspringen wird mit dem Oberkörper Schwung geholt und die Arme müssen den Lenker nach oben ziehen. Der stärkere Fuß ist auf dem oberen Pedal und während des Anhebens wird eine Tretbewegung ausgeführt. Dieses Training ist für den Bike Fußballer ebenso geeignet, denn hier lernt er Balance und Kraft zu koordinieren und beim Bike Fußball gezielt einzusetzen. Allerdings ist beides nicht wenig verletzungsträchtig.
Gastbeitrag von Simon Pfeffer
Bis jetzt hat Schalke in dieser Bundesliga-Saison noch nie Unentschieden gespielt, doch dieses Wochenende war es dann gegen Hannover 96 soweit. Im Duell der beiden Europa League Teilnehmer stand es nach 90 Spielminuten 2:2. So hat sich dies Trainer Huub Stevens wohl nicht ganz vorgestellt. Nach der relativ schwachen Leistung gegen Larnaka erhofften sich er und auch die Fans einen Sieg gegen Hannover um auch weiterhin der direkte Verfolger von Bayern München zu bleiben.
Doch daraus wurde nichts. Gleich zu Beginn war das Spiel zwischen Hannover und Schalke ausgeglichen. In der 8. und 9. Minute hatte Hannover 96 keine schlechten Möglichkeiten durch Pinto und Schlaudraff. In der darauffolgenden Zeit passierte nicht sonderlich viel, bis sich in der 26. Minute der FC Schalke 04 durch Pukki als guter Huntelaar-Ersatz erwies und das 1:0 machte. Dies war sein erstes Tor in der Bundesliga. Lange hielt die Freude aber nicht an. Hannover konnte schon drei Minuten später – durch ein Eigentor von Papadopoulos – ausgleichen.
In den nächsten Minuten bis zur Halbzeit hatte Schalke dann Glück nicht das 2:1 zu kassieren, denn vor allem Pander hatte gute weitere Chancen. So blieb es bis zur Halbzeitpause beim 1:1. In der zweiten Spielhälfte erzielte Abdellaoue nach einem tollen Pass von Schlaudraff in der 59. Minute durch einen Kopfball das 2:1 für Hannover. Für Schalke viel das 2:2 Unentschieden dann eher überraschend, als Farfan Pukki in Szene setze und dieser aus spitzem Winkel den Ausgleich in der 73. Minute schaffte. Bis zum Schluss blieb die Partie aber offen, da sich keine Mannschaft mit dem Unentschieden zufrieden geben wollte. Ein Tor viel allerdings nicht mehr.
So richtig half das Unentschieden beiden Mannschaften nicht. Sie liegen jetzt auf den Plätzen 5 und 6 direkt hintereinander, wobei der FC Schalke noch 3 Punkte mehr als Hannover 96 hat.
Neulich bin ich auf die Seite des Fussball-Bloggers hier gestoßen und war davon begeistert. Das hat für mich auch den Ausschlag gegeben, dass ich hier jetzt ein paar Gastartikel schreibe. Ich selbst betreibe auch eine Webseite über das Thema Fußball und möchte euch diese ganz kurz vorstellen, falls ihr sie nicht sowieso schon entdeckt habt.
Im Moment sitze ich an einem Projekt zum Thema Bundesliga Livestreams. Hier liegen ja alle Rechte bei Sky und daher gibt es auch keine kostenlose LEGALE Livestreams. Ich möchte mit meiner Seite den Lesern kostenlose Alternativen ans Herz legen, wie zum Beispiel die diversen Live Ticker oder auch Webradios. Sollte mal ein kostenloser Livestream – wie zum Beispiel auf ran.de – vorhanden sein, wird dieser natürlich auch angepriesen (Länder-, Champions League- oder Europa League-Spiele).
Die Seite lautet www.pfeffer2004.de.
oder: Der DFB baut sich ein Sommermärchen
Gastbeitrag von Stefan Protze
Als mich die katastrophalen Neuigkeiten vom drohenden Pokalausschluß Dresdens erreichten, eröffnete ich spontan einen Hilferuf in einem Fußball-Forum, überzeugt davon, dass diese Forderung des DFB auch überregional auf großes Unverständnis stoßen würde. Tage voller Bauchschmerzen, Frust und einer selten erlebten Wut später weiß ich es besser …
Kaum dreißig Sekunden nach der Eröffnung des Threads fragte mich ein Freund, was ich denn denke, wie lange man sich das noch mit ansehen solle. Was mit ansehen?, fragte ich mich spontan. Das selbstgefällige Am-Stuhl-festhalten der DFB-Oberen, die nur dann zu ungeahnten Höchstleistungen auflaufen, wenn es um ihren Job geht? Von denen man nur etwas hört, wenn interne Ränkeschmiede es bis in die Zeitung schaffen oder mal wieder ein paar Strafen ausgesprochen werden müssen?
Oder meinte er die Presse, die es in einem demokratischen Staat irgendwie geschafft hat, sich selbst gleichzuschalten? Medien, die sich vor allem in ihren Internetpräsenzen höchstens noch im Layout voneinander abgrenzen, und deren einziger Wettbewerb darin zu bestehen scheint, „das aktuelle Thema“ noch sensationsgeiler auszuschlachten als die anderen? Wobei völlig egal ist, ob es gerade um Vogelgrippe geht oder um Fußball – die andauernde Effekthascherei kennt keine Gnade, und die Hysterie des ZDF ist von der eines RTL nicht mehr zu unterscheiden …
Ich vermute aber mal, dass mein Freund was anderes im Sinn hatte, als er seine Frage stellte. Ich denke, er spielte auf die 90 Festnahmen beim letzten Ligaspiel an. Halt, Moment mal. 90 Festnahmen? Das war gar nicht bei Dynamo, das war bei München gegen Nürnberg. Irgendwas mitbekommen? Nein? Kein Wunder, in den Zeitungen stand nichts, und im Fernsehen war auch nichts zu hören. Und warum nicht? Weils keine Sau interessiert!
Stellvertretend für die auf diesen Hinweis fällige Reaktion zitier ich mal einen User, der ziemlich genervt davon ist, „dass die Dynamos jetzt so tun, als würde es nur um die Pyros in Dortmund gehen.“ Dies wiederum steht exemplarisch für das im Moment in jeder Diskussion zum Thema mantraartig wiederholte „Dynamo fällt ja dauernd auf“. Ok, machen wir den Test. Aus dem Stehgreif bitte, das letzte Dynamo-Ereignis aus dieser Saison …
Ich weiß eins: Dresden gegen 1860. Dieses Spiel war der SZ-online gleich zwei böse Artikel wert, und das vor dem Spiel! Unverantwortlich sei es von der Münchner Polizei, dieses Spiel ausgerechnet an diesem Wochenende überhaupt zuzulassen. Schließlich sei absolut klar, was passieren muss: Die Dynamos machen unser Oktoberfest kaputt …
Der Rest ist Geschichte: 18000 Fans bei einem Zweitliga-Auswärtsspiel, und sonst (leider) nichts. Dasselbe gilt für die anderen prognostizierten Problemspiele gegen unsere speziellen Freunde aus Berlin und Frankfurt. Das einzige was man dazu aus jedem Spielbericht herauslesen kann, ist die Bombenstimmung im Stadion, natürlich auch wegen der zahlreich angereisten Auswärtsfans. Respekt an dieser Stelle!
Und weil es hier hervorragend passt, ein anderes Argument, dass ich inzwischen oft gehört bzw. gelesen habe: Wir wollen nur schönreden …
Nun, was mich betrifft, ich will nichts schönreden, ich will nur ernsthaft reden, bzw., angesichts der aktuellen Situation eigentlich richtiger: überhaupt reden. Und dazu gehört auch das: Rassismus kotzt mich an! Gewalt kotzt mich an! Und Typen, die mit Pyros werfen und Spieler angreifen, egal mit was, kotzen mich so sehr an, das kann sich kein noch so schlimmer Dynamo-Gegner auch nur vorstellen!
Stadionverbot? Lebenslang und bundesweit? Gerne! Sofort! Wenn jetzt noch einer ´ne Idee hat, wie man das technisch umsetzen kann? Wartet mal, wäre das nicht eine schöne Aufgabe für den DFB? Mmh, nein, ich glaube nicht. Könnte ja passieren, dass die Herren ihr zweites Frühstück verpassen …
Fakt ist: Beim Spiel in Dortmund ist einiges an Scheiße gelaufen. Aber das was gelaufen ist, steht in keiner Relation zur Mediendarstellung, nicht einmal annähernd, ebenso wenig wie zur geforderten Strafe. Mal ehrlich: wem drängt sich hier nicht der Eindruck auf, dass man da nur auf was gewartet hat?
Dynamo will ebenfalls nichts schönreden, alles worum man sich derzeit verzweifelt bemüht, ist Relativierung. Und dazu gehört es eben auch, zu fragen: Wieso wird bei Pyros in Köln von gutgelauntem Karneval gesprochen, während, Steinbrecher und Poschmann sei Dank, angesichts der Pyros in Dortmund der Untergang des Abendlandes heraufbeschworen wird?
Wieso halten sich 15 Festnahmen zwei Wochen lang in den Nachrichten, während man von 90 Festnahmen bei anderen Spielen noch nicht einmal etwas zu hören bekommt?
Fakt ist: Der Fußball hat ein Problem. Und zwar überall. Es ist völlig egal, ob es um die berüchtigten Stänkerfritzen des FCB geht oder die Krawallos vom FCK, um mal nicht immer nur von St. Pauli zu reden oder auf den selbsternannten Randalemeister abzuschieben. Ich bin mir sicher, dass dem DFB Statistiken vorliegen, aus denen ersichtlich ist, dass, was die Theater-Ag´s betrifft, die SGD allenfalls irgendwo im Mittelfeld angesiedelt ist.
Aber was soll man machen? Etwas gegen Bayern unternehmen? Jaa, vor Lachen …
Gegen Frankfurt? Die Heimat des DFB? Schönes Armutszeugnis.
Auftritt Dynamo. Wir sind nicht wichtig, wir haben kein Geld, und keiner kann uns leiden. Sind wir daran selber schuld? Zum Teil, ja. Und damit sind wir bei einem anderem wichtigen Thema: Der Verantwortlichkeit des Vereins. Eine der häufigsten derzeit wiederholten Parolen lautet: „Dann muss der Verein eben was unternehmen“. Eine herrlich leere Worthülse, die auch andere Vereine lange Gesichter machen lässt. Was denn bitteschön? Und was kann eigentlich der Verein dafür, wenn irgendwelche Idioten nicht klar sehen?
Der Witz an der Sache ist, dass angesichts dieser Thematik eine Bestrafung des Vereins nicht nur „trotzdem“ unfair wäre, sondern „gerade“, denn Dynamo Dresden hat was getan! Und macht weiter! Wie hat Dynamo denn reagiert auf die Vorfälle in Dortmund? Mit der in der Bundesliga-Geschichte einmaligen Aktion, die eigenen Fans vom nächsten Auswärtsspiel, für das noch keine Karten verkauft waren, auszuschließen, unter der Androhung, das fortzusetzen, wenn es bei irgendeinem der nächsten Spiele zu irgendwelchen Problemen kommt!
Interessiert das irgendjemanden? Nein. Wenn sich die Phrasendrescher erst mal warm gelaufen haben, dann gibt es kein Zurück mehr. Interessant ist dabei, wie sich die negative Haltung des DFB zum Fußballosten in der öffentlichen Meinung widerspiegelt. Der Tenor in der aktuellen Diskussion zum Thema, grob zusammengefasst und nur leicht überspitzt: Nicht nur das Dynamostadion plattmachen, sondern den ganzen Osten gleich mit!
Unterstützt durch die einseitige Berichterstattung in den Medien wird hier gerade ein Bild gemalt, dass selbst hinsichtlich der schon immer recht holprigen Ost-West-Beziehung neu und furchteinflößend ist, und in seiner Comic-Haftigkeit an Kaugummibilder aus den Dreißigern erinnert: Der Grieche frisst Schafskäse, trinkt Ouzo und tanzt den ganzen Tag Sirtaki, der Neger hat schwulstige Lippen, einen Goldring im Ohr und eine Zigarre im Mund, und der Ostdeutsche hat wahlweise Glatze oder Seitenscheitel und zündet mit Vorliebe Fußballstadien an …
Leute, das ist Wahnsinn! Theo bläst zur Hexenjagd, und alle machen mit! Und das ärgert mich nicht nur, weil ich Dynamo-Fan bin, sondern weil ich auf Ungerechtigkeit genauso allergisch reagiere wie auf Rassismus. Und das hier ist die grandioseste, zum Himmel schreiendste Ungerechtigkeit, die ich je erlebt habe, und sie findet vor aller Augen statt. Das Volk will Blut sehen – bitte sehr! Das klassische Bauernopfer, so alt wie die Menschheit selbst. Hier geht es nicht um Fußball oder Randale, hier geht’s um Politik. Und hier geht’s auch nicht um Dynamo, nein, hier geht’s um einen alten Herrn, der sich wichtig machen will als Rächer der „Guten“, als Held, der einen ach so bösen Bösewicht zurück in den dunklen Wald gejagt hat. Eine tolle PR-Aktion, während das Königreich weiter an den selben Problemen krankt wie vorher …
Und weil wir gerade bei Märchen sind: Des Kaisers neue Kleider wurden damals letztlich enttarnt, von einem naiven Kind zuerst, aber dann brach der Bann, und es wurde ziemlich viel gelacht. Und heute? Stehen wir wieder da und glotzen auf die Bühne. Aber statt den Kaiser auszulachen und ihm metaphorisch eins auf seine eingebildete Mütze zu geben, klatschen wir und rufen: Hurra! Hurra! Hurra!
Traurig und frustriert
Einer aus Dresden
Gastbeitrag von Simon Pfeffer
Beim Hinspiel hat noch alles so gut ausgesehen und Schalke konnte auswärts mit einem 5:0 überzeugen. Donnerstag Abend sah dann aber alles anders aus. Schalke spielte zuhause keinen guten Fußball und der krasse Außenseiter aus Zypern war teilweise sogar die bessere Mannschaft. Am Ende konnten die Königsblauen immerhin noch einen Punkt retten, was sie vor allem ihrem Torhüter Unnerstall zu verdanken haben.
Von Anfang an lief bei Schalke 04 nicht viel zusammen. Die Spieler zeigten keine Motivation und keine Spielkultur. Es war nicht schön mitanzusehen. AEK Larnaka hat dies erkannt und war von Anfang an die bessere Mannschaft. Sie sahen die Chance gegen Schalke drei Punkte zu ergattern. Dass am Ende ein Unentschieden auf dem Papier stand, ist eigentlich nur dem jungen Torhüter Unnerstall zu verdanken. Er rettete die Königsblauen einige Male vor einem Rückstand. Natürlich war auch der Trainer Huub Stevens alles andere als erfreut. Nach dem Spiel sagte er in einem Interview, dass dies ein enttäuschendes Ergebnis sei. Wenn unser Torhüter Unnerstall der beste Spieler auf dem Platz war, sage dies doch schon alles aus. Hier kann man dem Trainer auf ganzer Linie recht geben. Kurz vor Ende rettete Unnerstall nämlich nochmals gegen Kjongo Priso in höchster Not.
Schalke kann am Ende mit dem einen Punkt sehr zufrieden sein, denn ihre Tabellenführung haben sie nicht verloren, da Steaua Bukarest gegen Maccabi Haifa gewonnen hat. Doch nun gilt es die Ursachen zu klären, warum Schalke Donnerstag Abend in der Europa League so schlecht gespielt hat, denn vor ein paar Wochen konnten sie ja noch mit 5:0 gewinnen. Ein Grund könnte die Umstellung der Startelf von Huub Stevens gewesen sein, aber vermutlich haben es einige Spieler auch zu locker genommen nach dem hohen Auswärtssieg gegen Larnaka im Hinspiel und die Zyprer wurden unterschätzt.
Nationalmannschafts- und Bayern-Kapitän Philipp Lahm hat mit gerade einmal 27 Jahren seine Autobiographie veröffentlicht.
Und als ob er mit seiner Leistung über die letzten Jahre nicht bereits genügend negativ auf sich aufmerksam gemacht hat, so schafft er dies mit seinem Buch auch weiterhin.
In seinem Buch gibt er nun Internas vor allem aus seinen Zeiten bei der Nationalmannschaft bekannt. Dass das nicht gerade positive Erzählungen sind sieht man an der Reaktion der Medien und von ehemaligen Weggefährten. Was er in seinem Buch genau schreibt, könnt ihr in den Medien verfolgen. Ich würde niemals dazu raten, dass ihr euch sein Buch kauft. Denn Geld braucht der Junge mit Sicherheit keins mehr in seinem Leben.
Ich möchte aber sehr gerne die Dinge kommentieren, die seine Weggefährten angehen. Rudi Völler hat Lahm damals in die Nationalmannschaft berufen. Unter Jürgen Klinsmann und Jogi Löw hat Lahm mehr Verantwortung erlangt und wurde durch eine kleine Intrige gegen Ballack sogar zum Mannschaftskapitän. Und trotzdem lässt er Völler und Klinsmann in seinem Buch schlecht da stehen. Der Höhepunkt ist aber, dass er Internas von der EM 2008 rausgibt. Dass es damals in der Mannschaft nicht gestimmt hat, interessiert keinen Menschen – die treuen deutschen Fans am wenigsten. Die Mannschaft wurde Vize-Europameister und nach außen hin hat sie ein klasse Turnier mit unglücklichem Ende gespielt.
Mittlerweile traue ich Lahm auch zu, dass er sich in seinen Bayern-Vertrag eine Klausel schreiben lies, die ihm in den nächsten Jahren den Kapitänstitel garantiert. Anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, warum ein Spieler, der auf dem Platz keinerlei Emotionen, Führungsqualitäten und auch keine Leistung zeigt, trotzdem unangefochtener Kapitän beim FC Bayern ist. Und ich kann unseren letzten echten Führungsspielern Oli Kahn und Matthias Sammer da nur zustimmen: Der aktuelle Bayern-Kapitän ist kein Führungsspieler. Schweinsteiger spielt seit der WM zwar auch nur noch Mittelmaß. Dennoch wäre er die deutlich bessere Wahl.
Die einzige Konsequenz, die sowohl der DFB als auch der FC Bayern nach dem Erscheinen dieses Buches ziehen müssen, ist die Degradierung von Lahm. Die deutsche Nationalmannschaft verliert ihr Gesicht, wenn solch ein verräterischer selbstverliebter Zwerg weiterhin Kapitän bleibt. Und ich gehe auch davon aus, dass ich nicht der einzige Fan bin, der sich aktuell überlegt, ob er nächstes Jahr wirklich nach Polen/Ukraine reist, um das Team zu unterstützen.
Als nächstes wird Lahm dann erzählen, dass einer seiner bösen Ex-Trainer dafür gesorgt hat, dass er damals von der linken auf die rechte Abwehrseite gewechselt ist. Dabei war er es, der in jedem Interview verdeutlicht hat, dass er auf der rechten Seite viel stärker spielt. Jetzt wo das Experiment beendet ist und jeder gesehen hat, dass Lahm auf der rechten Seite maximal Bundesliga-Mittelmaß ist, wird sich zeigen, ob auch Lahm mal offen einen Fehler zugeben kann. So wie ich ihn einschätze wird er komplett von sich ablenken und dem Ex-Trainer die Schuld geben.
Ich kann mich den Worten von Rudi Völler nur anschließen. Lahm ist einfach nur erbärmlich!
Da ich früher selbst zu den unzähligen Bayern-Fans gehörte, kenne ich mich in München und insbesondere an der Säbener Straße sehr gut aus.
Genau wie der aktuelle Bayern-Präsident war ich schockiert über die Bilder, die ich am Samstag Nachmittag in der Allianz-Arena sehen musste. Zwar handelte es sich wieder einmal nur um einen gewissen Anteil der Bayern-Fans, die Uli Hoeneß beleidigten. Interessant ist allerdings, dass es sich um die Fans aus der Südkurve handelt, bei denen man von “echten” Bayern-Fans sprechen kann. Echte Bayern-Fans sind diejenigen, die den FCB Woche für Woche sowohl in Heim- als auch in Auswärtsspielen unterstützen und viele Reisen zu den Europapokal-Spielen nach ganz Europa auf sich nehmen. Es handelt sich also dabei ausdrücklich nicht um solche Fans, die nur deswegen FC Bayern-Fan sind, weil der FCB das erfolgreichste deutsche Team der letzten Jahrzehnte ist.
Umso mehr hat es mich überrascht, dass genau diese Fans die Schritte eines Uli Hoeneß nicht verstehen – ja sogar nicht akzeptieren – wollen.
Die Beleidigungen gegenüber Hoeneß resultieren aus zwei Ereignissen. Seit Monaten zeigt man Woche für Woche, dass man den aktuellen Nationaltorhüter und gleichzeitig einen der besten Torhüter der Welt – Manuel Neuer – nicht in München haben möchte. Hierbei wurde auch Manuel Neuer mehrfach von den Bayern-Fans beleidigt. Das Fass zum überlaufen brachte allerdings die erneute Rettung des Lokalrivalen TSV 1860 München. Zum wiederholten Male unterstützte der FC Bayern die “Blauen” und rettete sie damit erneut vor der Insolvenz. Hier sind wir auch an dem Punkt, warum die Bayern-Fans Uli Hoeneß als Lügner bezeichnen. Erst vor einigen Monaten bekräftigte Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung, dass man dem Lokalrivalen kein weiteres Geld zusteuert. Nach außen hin sieht es nun aber so aus, als ob Hoeneß genau das getan hätte. Wenn man sich allerdings etwas genauer über den Sachverhalt informiert – was man von den echten Bayern-Fans ja durchaus erwarten kann – erkennt man, dass der FC Bayern den Löwen lediglich eine Summe von 2,1 Millionen Euro gestundet hat. Das heißt, zwischen den Blauen und den Roten gibt es eine Vereinbarung, dass die Fälligkeit der Zahlung der Stadionrate bis zum 15. Juli hinausgezögert werden kann. Dieser Schritt war absolut notwendig und führt dazu, dass 1860 München nicht von einer sofortigen Insolvenz betroffen ist. Als kurze Randnotiz sollte erwähnt werden, dass dem FC Bayern bis zum Jahr 2025 noch 50 Millionen Euro vom TSV 1860 München zustehen. Ginge der Verein insolvent, wäre dieses Geld verloren. Leider scheint diese doch relativ einfache Rechnung für einige Bayern-Fans zu kompliziert zu sein. Aus meiner Sicht haben Uli Hoeneß und der FC Bayern also absolut korrekt gehandelt.
Was mich jedoch noch viel mehr aufregt, ist die Tatsache, dass man – ohne nachzudenken – einen Mann beleidigt, der sein Leben lang für nichts anderes gelebt hat, als den FC Bayern da hin zu bringen, wo er heute steht. Uli Hoeneß steht in München unter Denkmalschutz sollte man eigentlich meinen. Ähnlich wie Uwe Seeler in Hamburg oder Fritz Walter in Kaiserslautern. Mit dem Unterschied, dass die HSV- und Lautern-Fans ihrem jeweiligen Idol immer treu bleiben bzw. treu geblieben sind. Und dabei ist mir durchaus bewusst, dass Uli Hoeneß für den FC Bayern um Welten mehr getan hat, als ein Uwe Seeler für den Hamburger Sportverein oder ein Fritz Walter für die roten Teufel.
Mit dieser Aktion haben sich die Bayern-Fans nicht nur aus meiner Sicht blamiert.
Ich bin gespannt, ob die Fans ihren Fehler erkennen und sich spätestens beim nächsten Heimspiel öffentlich bei Uli Hoeneß entschuldigen.
Da ich selbst diese Saison doch häufiger mit Verletzungen kämpfen muss, dachte ich es wäre auch mal an der Zeit, über dieses lästige Thema zu schreiben.
Keine Angst! Ich möchte Euch nicht mit den Einzelheiten meiner Verletzungen langweilen. Vielmehr möchte ich auf eine Verletzung eingehen, die ich selbst schon mehrmals hatte und welche bei Fussballern generell weit verbreitet ist. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass jeder Fussballer im Laufe seiner Karriere von dieser Verletzung betroffen ist.
Es handelt sich um die Dehnung des Innen- oder Außenbandes um den Knöchel im Fuß.
Ich kämpfe aktuell seit zwei Wochen mit eben dieser Verletzung. Im Abschlusstraining vor dem Spiel bin ich unglücklich umgeknickt und hatte – wenn man die Intensität des Umknickens betrachtet – noch Glück, dass keine Bänder gerissen sind. Sofort wurde mein Fuß dick, sowohl innen als auch außen. Das lässt darauf schließen, dass Innen- und Außenbänder betroffen sind.
Aber deswegen zum Arzt gehen?
Diese Art von Verletzung hatte ich schon viel zu oft als dass ich deswegen wieder einen halben Tag Urlaub nehmen und 10€ Praxisgebühren zahlen würde. Ich beschloss mich selbst um die Verletzung zu kümmern und legte mir jeden Morgen einen Verband an, der mir die Anfangsschmerzen erträglicher machte und meinen Knöchel stabilisierte. Unter den Verband jeden Morgen und jeden Abend Voltaren-Salbe auftragen und zusätzlich ebenfalls zwei mal täglich Diclac-Schmerztabletten einnehmen. Und schon sieht und verspürt man täglich Fortschritte und Besserung.
Bereits nach einer Woche konnte ich mit Hilfe einer Bandage wieder trainieren. Zugegeben für die Bandage legt man ordentlich Geld auf den Tisch. Aber sie stabilisiert den Knöchel und alles was außenrum liegt derart gut, dass ich schon in diesem ersten Training alle Übungen mitmachen und am darauf folgenden Spieltag spielen konnte.
Gibt es bei Euch auch Verletzungen, die immer mal wieder kommen?
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